{"id":1372,"date":"2015-08-23T17:52:11","date_gmt":"2015-08-23T17:52:11","guid":{"rendered":"http:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/?page_id=1372"},"modified":"2015-09-18T01:20:29","modified_gmt":"2015-09-18T01:20:29","slug":"dubitatio-recepcion-aleman","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/dubitatio-recepcion-aleman\/","title":{"rendered":"Dubitatio. Recepci\u00f3n alem\u00e1n"},"content":{"rendered":"<p><strong>UEDING, G<\/strong>.\u00a0<em>Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.<\/em>\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009. 10 vols.<\/p>\n<p><strong>Dubitatio,\u00a0<em>aporia, deliberatio<\/em> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ueding.<\/strong> <em>Historisches W\u00f6rterbuch<\/em>: Band II. 972-974<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[p. 972] Mit der Gedankenfigur der dubitatio sucht der Redner die Glaubw\u00fcrdigkeit seines eigenen Standpunktes zu kraftigen (fides veritatis), indem er rednerische Hilfl\u00f6sigkeit vort\u00e4uscht und an das Publikum eine in Frageform verkleidete Bitte um Beratung hinsichtlich der sach- und situationsgerechten gedanklichen Ausf\u00fcrung der Rede richtet. Wenn eine Botschaft nicht mehr \u00fcber eine \u201afigure de l\u2019autorit\u00e9\u2019 (auctoritas) vermittelt werden kannt, tritt die dubitatio in Erscheinung. Dann ist die Zustimmung des Zuh\u00f6rers gefragt. Die eigentliche dubitatio ist auf eine Sache (res) bezogen; bezieht sie sich als Wortfigur nur auf die sprachliche Formulierung (verba), liegt eine onomasiologische dubitatio vor, die zu den figurae elocutionis gerechnet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Gedanke des vorget\u00e4uschten Z\u00f6gerns \u201aentre plusieurs mots [&#8230;] partis, sens [&#8230;] (B. Dupriez Gradus. Les prod\u00e9d\u00e9s litt\u00e9raires, Paris, 1984), der sich auf der grammatischen Ebene in Konditional-, Frageform oder durch Intonation, Stocken, vorschichtiges Vortasten und Abweichungen ausdr\u00fcckt, geht auf zwei unterschiedliche Wirklichkeitswahrnehmungen zur\u00fcck. Einerseits auf eine \u201aincertitude d\u2019une \u00e2me qui [&#8230;] ne fait [&#8230;] que se combattre\u2019 (P. Fontanier: Les figures du discours, Paris, 1968) Diese dubitatio ist der Verfahlung n\u00e4her als der Vort\u00e4uschung, so dass sie den \u201aPr\u00e9tendues figures de pens\u00e9es (Suberville, Th\u00e9orie des genres et de l\u2019art litt\u00e9raire, Paris, 1941) oder Figuren der Leidenschaften zuzuordnen ist. Sie findet sich in Monologen von Tr\u00e4godien. (&#8230;) Auf der anderen Seite ist die dubitatio ein Mittel, durch Offenlegung verschiedener M\u00f6glichkeiten eventuelle Einw\u00e4nde vorwegzunehmen oder an Glaubw\u00fcrdigkeit zu gewinnen. Sie geht hervor aus dem, was in den vorgebrachten Fragen an M\u00f6glichkeiten eigenschlossen ist, ohne dass dies einer weiteren Affirmation der Verifikation bedarf. Diese Art von dubitatio ist ein deliberatives Element des genus iudiciale (&#8230;) Sie wird besonders der alten Rhetorik zugeschrieben heutzutage eher abwertend beurteilt und geh\u00f6rt systematisch zu den Gedanken- oder Wortfiguren. Dagegen besitz der richterliche Zweifel dann entscheidende Bedeutung (Urteilsfundung), wenn die Schuldzuweisung nicht definitiv m\u00f6glich ist. Im Rechtsgrundstatz \u201ain dubio pro reo\u2019 kommt dies zum Ausdruck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UEDING, G.\u00a0Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009. 10 vols. Dubitatio,\u00a0aporia, deliberatio Ueding. 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