{"id":1384,"date":"2015-08-23T18:05:17","date_gmt":"2015-08-23T18:05:17","guid":{"rendered":"http:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/?page_id=1384"},"modified":"2015-08-23T18:05:17","modified_gmt":"2015-08-23T18:05:17","slug":"hyperbole-recepcion-aleman","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/hyperbole-recepcion-aleman\/","title":{"rendered":"Hyperbole. Recepci\u00f3n alem\u00e1n"},"content":{"rendered":"<p><strong>UEDING, G<\/strong>.\u00a0<em>Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.<\/em>\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009, 10 vols.<\/p>\n<p><strong>Hyperbel\/ \u00a0hyperbole, superlatio, superiectio <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ueding,<\/strong> \u00a0Historisches W\u00f6rterbuch: Band IV, 115-122<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[p. 115] Mit dem rhetorischen Stilbegriff der Hyperbole wird jede \u00fcbertriebene Darstellung eines Gegenstandes bezeichnet. Die Rhetorik unterscheidet zwischen der Hyperbole als Tropus und als Gedankenfigur. F\u00fcr beide Arten ist charakteristisch, dass das aptum verletz\u00a0 wird, indem die Glaubw\u00fcrdichkeit des Sachverhaltes zugunsten einer starken Anschaulichkeit (evidentia) \u00fcberschritten wird.Der Einzelwort-Tropus der Hyperbole ersetzt einen angemessenen (verbum proprium) durch \u00fcbertriebenen Ausdruck. Die Gedankenfigur (figura sententiae) der Hyperbel die die Einzelsatzgrenze \u00fcberschreiten kann, wird gew\u00f6hnlich zur rednerischen Steigerung benutz und kann die \u00dcbertreibung in vielfacher Kombination mit anderen Tropen (besonders mit der Metapher) und Figuren (vor allem mit Ironie, Antithese, Klimax, geminatio) zum Ausdruck bringen. Erscheint sie in Form eines Vergleichs (comparatio), so wird die Unangemessenheit der \u00dcbertreibung in der Regel gemildert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Tropus und Gedankenfigur k\u00f6nnen sowohl zu einer Vergr\u00f6sserung (auxesis) als auch zu einer Verkleinerung (meiosis) des Gegenstandes f\u00fchren. (&#8230;) In Grenzaf\u00e4llen ist die Verkleinerung kaum von der Litotes (Untertreibung) zu unterscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sowohl durch Vergr\u00f6sserung als durch Verkleinerung wird der Gegenstand aus seiner allt\u00e4glichen Erscheinungsweise hinausgeworfen. Dieser\u00a0 \u201a\u00dcberwurf\u2019 kann im Bereich des M\u00f6glichen und Wahrscheinlichen verbleiben oder dar\u00fcber hianusgehen und ins Unwirklich bzw. Undenkbare und Paradoxe vorstossen.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Alle Arten der Hyperbel k\u00f6nnen mehreren Wirkungsabsichten dienen. Dabei kann zwischen einem \u201anaiven\u2019 und einem \u201areflektierten\u2019 Gebrauch der Hyperbel unterschieden werden. Da die Hyperbel die Phantasie durch ihre starke Anschaulichkeit (evidentia) aktiviert findet sie sich besonders in der leidenschaftlichen und emotionalen Sprache und eignet sich vorz\u00fcglich zur Erregung starker Affekte (pathos, movere). Da dies aber zugleich durch Ausserung einer bewussten Unwahrheit erreicht wird, liegt es nahe, dass sich die Hyperbel f\u00fcr sophistische T\u00e4uschungs-und Manipulationsabsichten instrumentalisieren l\u00e4sst. Wegen ihres \u201aL\u00fcgencharakters\u2019 wurde sie in der rhetorischen Tradition immer stark restringiert, indem man versuchte, den Verstoss gegen das aptum selbst wieder an das aptum zu binden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UEDING, G.\u00a0Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009, 10 vols. Hyperbel\/ \u00a0hyperbole, superlatio, superiectio Ueding, \u00a0Historisches W\u00f6rterbuch: Band IV, 115-122 [p. 115] Mit dem rhetorischen Stilbegriff der Hyperbole wird jede \u00fcbertriebene Darstellung eines Gegenstandes bezeichnet. Die Rhetorik unterscheidet zwischen der Hyperbole als Tropus und als Gedankenfigur. 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