{"id":1404,"date":"2015-08-23T18:37:20","date_gmt":"2015-08-23T18:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/?page_id=1404"},"modified":"2015-08-23T18:37:20","modified_gmt":"2015-08-23T18:37:20","slug":"oxymoron-recepcion-aleman","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/oxymoron-recepcion-aleman\/","title":{"rendered":"Oxymoron. Recepci\u00f3n alem\u00e1n"},"content":{"rendered":"<p><strong>UEDING, G<\/strong>.\u00a0<em>Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.<\/em>\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009, 10 vols.<\/p>\n<p><strong>Oxymoron, acutifatuum, acutstultum<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ueding, G<\/strong>.<em> Historisches W\u00f6rterbuch<\/em>: Band VI, pp. 469-475<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[p. 469] Das Oxymoron gilt als ene Sonderform der antithetischen Wortbeziehung, bei der zwei Ausdr\u00fccke von evidenter Gegens\u00e4tzlichkeit (opposita) in einem Syntagma zusammengefasst werden. Dabei stehen die beiden syntaktisch aufeinander bezogenen Glieder in einem Verh\u00e4ltnis logisch-semantisch unaufhebbarer Widerspr\u00fcchlichkeit zueinander (contradictio un adiecto) indem das eine , attribuierte Element das andere in einer wesensbestimmenden Eigenschaft in sein kontradiktorisches Gegenteil verkehrt und damit den Gesamtausdruck in referentieller Hinsicht verneint. (&#8230;) Der referentiellen Unm\u00f6glichkeit des Oxymoron und seiner Negativit\u00e4t auf logischer und semantischer Ebene steht somit seine Positivit\u00e4t aufgrund der syntaktischen Realisierbarkeit des Ausdrucks gegen\u00fcber. Auf diese Weise bildet das Oxymoron eine aus zwei Teilen zusammengesetzte, nicht weiter reduzible Formel, die durch die Faktizit\u00e4t ihrer sprachlichen Setzung die M\u00f6glichkeit einer Vereinigung der Ges\u00e4tze -wie ein Paradoxon- andeutet, ohne dass dieser Vereinigung -im Unterschied zum Paradoxon -eine andere Realit\u00e4t zugedacht werden kann als eben die ihrer Konstruktion als oxymorale Formel. (&#8230;) p. 470 Das Oxymoron ist mithin die in einer Dopplungsfigur indizierte Verweigerung des dritten, die Antithese aufhebenden Terms und markiert zugleich in seiner durch K\u00fcrze gesch\u00e4rften Antithetik dessen Stelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In diesem Sinne ist das Oxymoron aus literatur\u00e4sthetischer Sicht auch als \u201aSteigerung der Katachrese\u2019 bzw. als Spielart der \u201ak\u00fchnen Metafher\u2019 interpretiert worden: Als Katachrese tritt es wie ein fehlender, durch metaphorische Verschr\u00e4nkung erzeugter Name (nomen) auf, der eine L\u00fccke im Lexikon einer Sprache erg\u00e4nzt, ohne dass diesem verbalen Supplement etwas Reales (res) entspr\u00e4che. Die m\u00f6gliche Steigerung liegt dabei in der Unterstellung einer l\u00fcckenhaften Realit\u00e4t und in der gleichzeitigen Selbstwiderlegung dieser Unterstellung durch den Widersinn ihrer Formulierung die gleichwohl durch Kombination des Sprachmaterials zur supplement\u00e4ren Darstellung gelangt. Als k\u00fchne Metapher wirkt das Oxymoron aufgrund seiner Ableitbarkeit aus Pleonasmus oder Tautologie die beide die metaphorische Bildspanne derart kurz halten, dass seine Negativit\u00e4t, vermittelt \u00fcber die Metaphorisierung der Negation, \u00fcberraschend hervorsticht. Trotz des Primats der Syntax bei seiner Realisierung erscheint das Oxymoron daher insgesamt als eine Figur der Interferenz von Grammatik, Rhetorik und Logik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>UEDING, G.\u00a0Historisches W\u00f6rterbuch der Rhetorik.\u00a0T\u00fcrbingen: Niemeyer, 1992-2009, 10 vols. Oxymoron, acutifatuum, acutstultum Ueding, G. Historisches W\u00f6rterbuch: Band VI, pp. 469-475 [p. 469] Das Oxymoron gilt als ene Sonderform der antithetischen Wortbeziehung, bei der zwei Ausdr\u00fccke von evidenter Gegens\u00e4tzlichkeit (opposita) in einem Syntagma zusammengefasst werden. Dabei stehen die beiden syntaktisch aufeinander bezogenen Glieder in einem Verh\u00e4ltnis [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1404","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1404"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1405,"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1404\/revisions\/1405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}