{"id":745,"date":"2015-01-12T04:04:07","date_gmt":"2015-01-12T04:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/?page_id=745"},"modified":"2015-09-17T15:53:26","modified_gmt":"2015-09-17T15:53:26","slug":"fictio-personae-critica-literaria","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/grupos.unileon.es\/mebar\/fictio-personae-critica-literaria\/","title":{"rendered":"Fictio personae. Critica literaria aleman"},"content":{"rendered":"<p><strong>SCHLEGEL<\/strong>, Friedrich. \u201cAthen\u00e4ums-Fragmente\u00bb. 1798.\u00a0<em>Kritische Schriften und Fragmente (1798-1801)<\/em>.\u00a0<em>Studienausgabe.<\/em><em>\u00a0<\/em>Herausgegeben von Ernst Behler und Hans Eichner. Paderborn. M\u00fcnchen. Wien. Z\u00fcrich: Ferdinand Sch\u00f6ningh, Band 2. 1988. 105-156. Impreso.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><strong>Schlegel<\/strong>, Friedrich, \u201cFragmentos del \u00abAthenaeum\u00bb. 1798.\u00a0<em>Fragmentos, seguido de Sobre la incomprensibilidad.<\/em>\u00a0Trad. y notas de Pere Pajerols. Barcelona: Marbot Ediciones, 2009. 57-190.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlegel, F.\u00a0<\/strong>1798<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff00ff;\"><span style=\"color: #000000;\">[frg. 17, p. 106]<\/span> <\/span>Die dramatische Form kann man w\u00e4hlen aus Hang zur systematischen Vollst\u00e4ndigkeit, oder um Menschen nicht blo\u00df darzustellen, sondern nachzuahmen und nachzumachen, oder aus Bequemlichkeit, oder aus Gef\u00e4lligkeit f\u00fcr die Musik, oder auch aus reiner Freude am Sprechen, und Sprechen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlegel, F. <\/strong>(Trad. Pere Pajerols, 2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #999999;\">\u00a0[frg. 17, p. 62]\u00a0Se puede escoger la forma dram\u00e1tica por una inclinaci\u00f3n hacia la totalidad sistem\u00e1tica; o para imitar y reproducir a las personas, en vez de limitarse a representarlas; o por comodidad; o por gusto por la m\u00fasica; o por el mero placer de hablar y hacer hablar.\u00a0<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>SCHLEGEL, F.<\/strong>\u00a0<em>Literary Notebooks 1797-1801.<\/em>\u00a0H. Eichner (ed.). London: Athlone, 1957.<\/p>\n<p><strong>WERNLY<\/strong>, Julia.\u00a0<em>Prolegomena zu einem Lexikon der \u00e4sthetisch-ethischen Terminologie Friedrich Schillers.<\/em>\u00a0Leipzig, 1909.<\/p>\n<p><span style=\"color: #00ff00;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Karlheinz Stierle<\/span>,\u00a0<\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em> Fictio \/Narratio Verisimiles\u00a0<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[vol 2, p. 414] Erstmals wird Christian Wolffs Psychologia empirica (1732) die \u201afacultas fingendi\u2019 zum Thema einer schulm\u00e4ssigen philosophischen Behandlung gemacht, der eine Betrachtung der imaginatio als Einbildungskraft, als vis imaginationis, vorausgeht. Nicht ausgeschlossen scheint, dass Wolff sich dabei an der ersten grossen Rehabilitation der imagination, Muratoris Della perfetta poesia (1706), inspirierte, in der Muratori dem Rigorismus der franz\u00f6sischen Klassizisten, besonders Bouhours, das poetische Eigenrecht der Imagination und damit zugleich eine spezifisch italienische poetische \/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[p. 415] Tradition entgegensetzte. Wolffs Gedanken \u00fcber Imagination und Fiktion betreffen die niederen, das heisst sinnlichen Erkenntnisverm\u00f6gen, die durch Leibniz einen neuen theoretischen Status erhielten. (&#8230;) Die Aufwertung der sinnlichen Erkenntnis und der sinnlichen, zu Figuren kombinierbaren Zeichen vollendet sich in Alexander Gottlieb Baumgartens Aesthetica (1750-1758). Bekanntlich hat Baumgarten de Begriff der \u00c4sthetik selbst erst gepr\u00e4gt und darunter eine Wissenschaft von den \u201eniederen\u201c Erkenntnisverm\u00f6gen verstanden, denen die neue \u00c4sthetik erstmals eine eigene Dignit\u00e4t zusprechen wollte. Auch Baumgarten steht, wie sein Lehrer Wolff, unter den Pr\u00e4missen von Leibniz\u2019 Metaphysik der \u201abesten aller Welten\u2019. (&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Baumgarten unterscheidet zwischen der fictio historica, die unter den Bedingungen unserer Welt steht, der fictio heterocosmica, die in eine andere Welt f\u00fchrt, und schliesslich der fictio utopica, die gleichsam weltlos bleibt und daher keine \u00e4sthetische oder poetische Funktion gewinnen kann. Hinzu kommen als eigene Klasse von fictiones die rhetorischen Figuren und die Fabeln und Exempla. Beide, fictio historica und fictio heterocosmica, k\u00f6nnen uns als Erdichtungen, die in Analogie zur Volkommenheit der Welt steht, eine Anschauung von unfassbaren Ganzen der Welt und seiner Ordnung geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Georg Friedrich Meier, ein Sch\u00fcler Baumgartens, hat in seinen Anfangsgr\u00fcnden aller sch\u00f6nen Wissenschaften (1748-1750) Baumgarten Gedanken zur \u00c4sthetik popularisiert und ihnen eine leichter zug\u00e4ngliche Form gegeben. Bei ihm wird erstmals die \u201efacultas fingendi\u201c als Dichtingskraft ausdr\u00fccklich eingedeutscht. Ihre Gegenst\u00e4nde (figmenta und fictiones) im weiterem Sinne heissen jetzt mit terminologischer Pr\u00e4gnanz \u201eErdichtungen\u201c.\u00a0 (&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das 18. Jh. hat der Fiktion eine neue philosophische Dignit\u00e4t gegeben, sei es im Sinne der Selbstverwirklichung wie bei Vico oder Rousseau, sei es als Analogie zur besten aller Welten im Sinne von Leibniz. Aber es hat auch die Fiktion als Fiktion ins Licht der aufkl\u00e4rerischen Kritik gestellt. Aufkl\u00e4rung als Entmythisierung bedeutet in erster Linie, dass der Mythos als \u201ablosse Fiktion\u2019 oder Fabel durchschaut wird. So zeigt Fontenelle in seiner Historie des oracles (1687) die Bestandlosigkeit der Orakel und ihren gemachten, fiktiven Charakter auf. Der Verstand lichtet die Dunkelheiten und den Nebel einer noch unvollst\u00e4ndigen mythischen Phantasie oder ihre bewusste T\u00e4uschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[vol. 2, p. 417] Gegen den klassizistischen Literaturbegriff Marmontels, der dem Roman keinen Raum gibt und der Fiktion enge Grenzen setzt, steht Diderots Reflexion \u00fcber die M\u00f6glichkeiten narrativer Imagination, die sich bei ihn freilich nicht zu einer Theorie der Fiktion verdichten. Diderot entwickelt einen Begriff des Interesanten als Experimentierbegriff, um dem \u00c4sthetischen neue R\u00e4ume zu er\u00f6ffnen. Sein Jacques le fataliste (posh. 1796) ist in diesem Sinne ein interessanter Roman, der den fiktionales Kontrakt zwischen Romanautor und Romanleser in Frage stellt und im Spiel mit dem Leser das Arbitr\u00e4re der romanesken Setzungen des Romans selbst zum Thema macht. So wird \/p. 418 die Fiktionalit\u00e4t der Fiktion in allen ihren Momenten dem Leser immer wieder zu Bewusstsein gebracht. (&#8230;) In einer Nachbemerkung zu der Erz\u00e4hlung Les deux amis de Bourbonne (1773) unterscheidet Diderot zwischen conte merveilleux, conte plaisant, un conte historique und fragt nach ihrer Gemeisamkeit.[Diderot Oeuvres romanesques, B\u00e9nac, H. (ed.) Paris, 1959, 790-792]. Sie liegt f\u00fcr Diderot einerseits in einer bestimmten \u201eentspannten\u201c Erz\u00e4hlsituation, andererseits in einer Kunst des kleinen Details, die dem conte auch dann einen Realit\u00e4tseffekt verleiht, wenn er sich in die \u201eespaces imaginaires\u201c hineinwagt. (&#8230;) Diderot greift hier auf Quintilian zur\u00fcck, der bereits die Kunst der L\u00fcge als eine Kunst des Details beschrieben hatte. (&#8230;) W\u00e4hrend der traditionelle Roman als fiction nichts anderes ist als ein \u201etissu d\u2019\u00e9v\u00e9nements chim\u00e9riques et frivoles\u201c (Diderot Eloge de Richardson 1762, Oeuvres esth\u00e9tiques, P. Verni\u00e8re, Paris, 1959, p. 29)wird Richardson als Autor eines Romans vorgestellt, der es verdiente, einer ganz anderen Gattung zuzugeh\u00f6ren, eben jener des drame, das seinen Rezipienten unmittelbar anspricht und in den Bann seiner Illusion zieht. Der Roman Richardsons ist gleichsam die Synthese einer ganzen Vielf\u00e4lt dramatischer Situationen, die das drame auf der B\u00fchne nie so erlauben w\u00fcrde. (&#8230;) Der Essai sur les fictions (1795) der Madame de Sta\u00ebl, schon an der Schwelle zum 19Jh. Fragt noch einmal nach den M\u00f6glichkeiten der Fiktion und will dabei den Beweis f\u00fchren\u201cque les romans que prendraient la vie telle qu\u2019elle est, avec finesse, \u00e9loquence, profondeur et moralit\u00e9, seraient les plus utiles de tous les genres de fiction\u201c <span style=\"color: #ff0000;\">(Mme de Sta\u00ebl Essais ur les fictions 1795, Oeuvres compl\u00e8tes vol. 1 Paris 1836, 63. (Karlheinz Stierle) ??<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SCHLEGEL, Friedrich. \u201cAthen\u00e4ums-Fragmente\u00bb. 1798.\u00a0Kritische Schriften und Fragmente (1798-1801).\u00a0Studienausgabe.\u00a0Herausgegeben von Ernst Behler und Hans Eichner. Paderborn. M\u00fcnchen. Wien. Z\u00fcrich: Ferdinand Sch\u00f6ningh, Band 2. 1988. 105-156. Impreso. Schlegel, Friedrich, \u201cFragmentos del \u00abAthenaeum\u00bb. 1798.\u00a0Fragmentos, seguido de Sobre la incomprensibilidad.\u00a0Trad. y notas de Pere Pajerols. Barcelona: Marbot Ediciones, 2009. 57-190. 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